Dass Lachen gesund ist, wird wohl niemanden wirklich beeindrucken. Tatsächlich löst das Lachen ab 15 Minuten viele positive gesundheitliche Effekte aus, welche durch Studien belegt sind. Daher wird das langanhaltende Lachen auch in Kliniken, z.B. in Psychiatrien eingesetzt und Studien belegen auch dort den Effekt.

Dauer vs Häufigkeit

Da es nicht darum geht, wie viel gelacht wird sondern wie lange (!), um diese gesundheitlichen Effekte hervorzurufen, verwendet man für das Lachen einerseits die Gruppendynamik, da Lachen ansteckend ist, andererseits Methoden, die nicht von Witzen oder Comedy abhängig sind. Mit Comedy geht dies nicht, da man zu kurz lacht und überhaupt nicht lacht, während man auf die Pointe wartet. Es geht darum, mindestens 15 Minuten zu lachen, wie Studien belegen. Eine Regelmässigkeit ist dabei absolut wünschenswert.

Lachtraining und Selbstkompetenz

Weniger bekannt ist der Effekt, den das Lachtraining auf die Selbstkompetenz hat. Und auch hier gibt es verblüffende Ergebnisse, wie durch eine Studie von Heidi Beckman Ph.D., Nathan Regier & Judy Young (The Journal of Primary Prevention, Band 28, Seiten 167-182(2007)) ermittelt wurde.

In dieser Studie wurde die Auswirkung einer gezielten Lachintervention auf das Selbstvertrauen, resp. Selbstwirksamkeit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz gemessen. 33 Mitarbeiter eines Zentrums für Verhaltensmedizin nahmen am 15-minütigen Lachtraining während 15 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen teil.

In der Gruppe und Online

In der Regel wird das Lachtraining in der Gruppe praktiziert. Dies auch mit einem Schutzkonzept in Pandemiezeiten. Eine solche Intervention kann durchaus auch online geschehen, wie die Erfahrungen in Lachclubs während des Corona-Lockdown zeigten. Lachen steckt auch online an und macht Spass. Gerade in Home-Office-Teams ist das gemeinsame Erlebnis und das gemeinsame Lachen ein wertvoller Beitrag für den Zusammenhalt des Teams.

Anhand eines Fragebogens zur Selbstkompetenz wurde ein signifikanten Anstieg in mehreren verschiedenen Aspekten der Selbstkompetenz, darunter Selbstregulierung, Optimismus, positive Emotionen und soziale Identifikation gemessen. Diese positiven Effekte blieben auch bei der Nachbefragung aufrecht.

Das Fazit der Studie war: gezieltes Lachen ist eine realistische, nachhaltige und verallgemeinerbare Intervention, die die Moral, die Belastbarkeit und die persönlichen Wirksamkeitsüberzeugungen der Mitarbeiter verbessert.

Dies resultiert schlussfolgernd in einer bessere Stimmung im Team, einer höheren Identifikation mit dem Arbeitgeber.

Lachen ist ein effektiver Stresskiller

Um es bildlich auszudrücken: Freudehormone fressen Stresshormone auf. Studien belegen, dass ab 15 Minuten Lachen nicht nur Endorphine im Hirn ausgeschüttet wird sondern dass auch das Stresshormon Cortisol signifikant gesenkt wurde. Lachtraining ist daher ein enorm wirksames Mittel für die Stärkung der Stressresistenz und Stressresilienz.

Eine sehr effektive Methode nennt sich Lachyoga, wobei das Wort Yoga sich auf die gesundheitlichen Verbesserungen, z.B. bei der Atmung bezieht. Das Wort Lachyoga wird aber oft missverstanden. Sprechen wir daher einfach von Lachtraining, weil wir das Lachyoga auch mit Übungen aus Improtheater oder Gruppenspielen und Atemübungen kombinieren.