Was Lachtraining als Burnout-Prophylaxe taugt


Sämtliche Emotionen widerspiegeln sich in unserer Mimik und Körperhaltung. Lachen ist ein Reflex, der durch kognitive Stimulation (Comedy/Witze) oder durch emotionelle Stimulation (ich lache, weil ich fröhlich bin) ausgelöst wird und einen direkten Einfluss auf unseren Körper hat. Lachen und grübeln geht gleichzeitig nicht. Daher könnte das Lachen durchaus als Depressions- und Burnout-Prophylaxe dienen. Doch lesen Sie weiter.


Lachen löst also Mimik und eine Körperhaltung aus. Lachtraining geht in die umgekehrte Richtung. Das Lachen wird gespielt. Das tönt zwar anstrengend, ist es aber nicht und macht Spass, wegen der Rückkopplung. Das anfangs gespielte Lachen geht rasch in ein echtes Lachen über. Studien belegen, dass auch bei gespielten oder aufgesetzten Lachen die genau gleichen Hirnareale anregt werden wie echtes Lachen und einen direkten Einfluss auf die Emotionen hat. So funktioniert beispielsweise das bekannte Powerposing. Es wird eine Haltung eingenommen und dies löst Emotionen aus, welche die Ausstrahlung eines Menschen beeinflusst.



Die Studie des Dr. Madan Kataria (indischer Arzt und Begründer der Lachyoga-Bewegung) zeigt, dass ab 15 Minuten Lachen, Endorphine angekurbelt werden und das Stresshormon Cortisol reduziert wird. Stresshormon und psychischen Stress? Das tönt spannend. Doch lesen Sie noch weiter.





Vorbeugen ist besser als heilen


Dass Lachtraining durchaus in Psychiatrien als komplementäre Therapie eingesetzt werden kann ist ebenfalls durch verschiedene Studien im klinischen Umfeld belegt. Eine der wichtigsten Studien ist die von Bendix Landmann von der LVR-Klinik, welchen Karin Jann und ich besuchen durften. Auch in der Schweiz wird Lachtraining als Therapie eingesetzt, allerdings natürlich in veränderter Form und nur mit stabilen Patienten.



Lachtraining hat also ein grosses Potential in Bezug auf Burnout und Depression. Aber nicht nur das. In einer USA-Studie im Arbeitsumfeld wurde der Effekt von Lachtraining auf die Selbstkompetenz untersucht und dies hat erstaunliche Ergebnisse produziert.


Nun komme ich zum wunden Punkt: Kann Lachtraining wirklich als Burnout und Depressions-Prophylaxe dienen?


Das ist nämlich nicht durch Studien messbar. Denn einerseits spielt das Arbeitsumfeld eine grosse Rolle, andererseits die persönliche Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Jeder geht anders mit Stress, Leistungsdruck, Kommunikation im Team und Arbeitsorganisation um. Zudem muss das Lachtraining regelmässig permanent durchgeführt werden. Hört man damit auf, so verlieren sich die positiven Effekte genau so wie man an Muskelkraft verliert, wenn man mit dem Training aufhört. Dieses allerdings ist nun wieder durch eine Studie im psychiatrischen Umfeld belegt.


Für Arbeitgeber ist das Lachtraining aber enorm interessant, da es neben dem potentiell positiven Einfluss auf die Stressresilienz und Belastbarkeit die Selbstkompetenz und Motivation stärkt und einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima hat.


Mein persönlicher Favorit ist das tägliche 15min Lachtraining online kombiniert mit Entspannungstraining und positiver Selbstbeeinflussung. Ein Kick mit positiven Folgen.


Ich sende Ihnen einen entspannten und lachenden Gruss.


Ihr Alex Mühle

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