Ziele auf das Herz, nicht auf den Verstand


Nur um Zweideutigkeiten des Wortes "zielen" klarzustellen, es geht nicht um Mordgelüste sondern um die Redekunst. Es geht darum, Herzen zu erreichen und dies schaffen wir nur, wenn wir Herzen ansprechen und nicht den Verstand. Eine Präsentation oder ein Vortrag muss also emotional rüberkommen.


In Vorträgen oder Präsentationen erleben wir es immer wieder, dass der Redner oder die Rednerin perfekt in der Sache ist. An der fachlichen Kompetenz fehlt es nicht und trotzdem wirkt das Publikum gelangweilt.


Auf der anderen Seite erleben wir Rednerinnen und Redner, die ihr Publikum total packen. Die Leute hängen an den Lippen und geben frenetisch Applaus. Dabei muss der Redner oder die Rednerin fachlich gar nicht so kompetent sein und trotzdem wirken sie so.


Der Unterschied liegt darin, dass der Fokus nicht auf der Sache ist. Er ist nicht auf dem Verstand sondern auf dem Herzen. Menschen entscheiden nur, wenn sie sich gut dabei fühlen. Selbst hartgesottene Finanzleute wollen sich gut dabei fühlen, wenn sie Geld locker machen. Natürlich müssen die Fakten stimmen. Das ist auch wichtig. Aber wichtiger ist das Herz. Um den schweizer Bundesrat Ueli Maurer zu zitieren während der Covid-Pandemie: "ich hocke jetzt auf dem Kässeli und mehr Geld gibt's nicht" ist ein höchst emotionaler Ausruf von einem Finanzchef.


Menschen entscheiden nur, wenn sie sich gut dabei fühlen. Wer also Entscheidungsträger ansprechen möchte, muss sie gut fühlen lassen. Wenn man Entscheidungsträger langweilt, kann nicht damit rechnen, dass eine positive Entscheidung gefällt wird. Und trotzdem vergessen viele RednerInnen den emotionalen Teil ihrer Rede.


Ein weiterer Teil des Herzens ist, dass Emotionen die Körpersprache steuern. Wenn wir Emotionen fühlen, während wir sprechen, so wirken wir authentisch. Wir können uns gar nicht dagegen wehren. Es geht nicht darum, die Körpersprache einzustudieren. Das kann man als Feinschliff machen, aber die Basis kommt von den Emotionen her. Die Körpersprache wirkt aber nur dann authentisch, wenn die Emotionen echt sind. Du musst diese Emotionen fühlen, während Du sprichst.


Das ist fast wie im Theater. Ein guter Schauspieler durchlebt die Emotionen, während er die Rolle spielt. Das lässt sich sogar im MRI abbilden. Die gleichen Hirnareale wie bei echten Emotionen werden aktiviert, wenn der gute Schauspieler seine Rolle rezitiert. In einer Rede geht es nicht darum, zu schauspielern aber Emotionen dosiert einzusetzen. Und dosiert bedeutet, keine Rolle zu spielen sondern die Emotionen echt zu fühlen aber nicht übertrieben sondern verhalten. Aber sie müssen da sein.


Dies fällt vielen Menschen schwer, weil sie sich dadurch öffnen müssen. Da kommen Hemmungen ins Spiel. Und darum setzen wir das Lachtraining und Übungen aus Improtheater ein um spielerisch in die Emotionen reinzukommen. Wir führen diese Meschen schon mal in eine gute Stimmung und schaffen mit Lob und Applaus eine wohlwollende Atmosphäre, in der man sich entfalten darf.








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